Die Sektion
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Die Allgemeine Anthroposophische Sektion

Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte.

—Rudolf Steiner

Die Sektion

Das Goetheanum als Freie Hochschule für Geisteswissenschaft umfasst gegenwärtig zehn Fachbereiche (Sektionen bzw. Fakultäten), die in einem spezifischen Lebens- und Wissenschaftsgebiet forschend, lehrend und ausbildend tätig sind, sowie eine Allgemeinen Anthroposophischen Sektion. In ihr steht die Anthroposophie selbst, ihr Wesen und ihre Entfaltung im Mittelpunkt, damit zugleich die Menschenkunde oder das „Problem des Menschen“ (Martin Buber) als physisches, seelisches und geistiges Wesen. Die Tätigkeitsschwerpunkte der Sektion am Goetheanum sind gegenwärtig im Ita Wegman Institut (anthroposophische Grundlagenforschung), im internationalen Seminar „Studium und Weiterbildung“ (Haus Schuurmann; s. Arbeitszusammenhänge) und im Bereich der spirituellen Schulung der sog. „Ersten Klasse“ (s.u.) zentriert.

Der Mensch kann sich in seinem Menschsein zur Frage und zum Inhalt werden; aus dieser Grunderfahrung entwickelt die Sektion ihre verschiedenen Arbeitsrichtungen und Schwerpunkte. Das Studium der Anthroposophie, ihre Vermittelbarkeit und Rezeption bilden dabei eine Grundlage und ein integraler Bestandteil. Die Erkenntnis des Werdenden, des Lebendigen und sich Wandelnden erfordert eine aktive Rezeption, die auf eine individuelle, fragende Auseinandersetzung und auf die eigene Erfahrung baut. Die Suche nach dem Verständnis des Menschen in seinem Verhältnis zum Kosmos, zu seiner Umwelt und Mitwelt, zum Anderssein des Anderen und zu sich selbst als einem Werdenden, kann dieses Verhältnis beleben; sie kann inspirierend und verändernd wirken. Ein solcher Versuch der Erkenntnisgewinnung als aktive Teilhabe an der Wirklichkeit umfasst Anforderungen, die über eine bloße Wissensaufnahme hinausreichen. Die Allgemeine Anthroposophische Sektion stellt sich die Aufgabe, Formen einer aktiven Rezeption der anthroposophischen Geisteswissenschaft zu fördern und im Austausch mit Menschen, mit Institutionen, mit Berufsbereichen und Ausbildungen weiter zu entwickeln, darunter auch am Goetheanum selbst.

Einen meditativen Weg der Selbstentwicklung zum tieferen Wirklichkeitsverständnis eröffnete Rudolf Steiner 1924 in neunzehn Lehrstunden der sogenannten „Ersten Klasse“ der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft – und er hielt diese mitstenographierten „Klassenstunden“ in der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion. Der in den Stunden aufgezeigte seelisch-geistige Schulungsweg möchte durch den übenden Vollzug die Ich-Werdung des Menschen in Erkenntnis vertiefen. Das suchende Verhältnis einer Wesensbegegnung mit sich und der geistigen Wirklichkeit kann die Zuwendung zur Welt und zum Anderen, zur Mitwelt und Umwelt, in eine wachsende Verbindlichkeit und Verbundenheit führen. Im Studium der Geisteswissenschaft werden hierfür die Erkenntnisgrundlagen gebildet: eine begriffliche Form, die erlaubt, das Werdende und Wesenhafte einer geistigen Wirklichkeit mit der Helle des Bewusstseins zu durchdringen und hieraus Leben zu gestalten. Der innere Schulungsweg der Klassenstunden ist die Grundlage aller Fachsektionen am Goetheanum und ihrer Arbeit in den verschieden Lebensgebieten. Er eröffnet darüber hinaus weltweit Räume der Begegnung zwischen Menschen, in denen diese Art der Erkenntnissuche praktiziert werden kann.

Zu den Kernaufgaben der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion gehören schließlich auch wissenschaftliche Studien, Publikationen und Veranstaltungen, die ein vertieftes Verständnis und die Aufnahme einer inneren Beziehung zum Werk Rudolf Steiners und seiner Mitarbeitenden sowie zum Wesen und zur Entfaltung der Anthroposophie im 20. Jahrhundert ermöglichen, damit auch zur Anthroposophischen Gesellschaft und ihrer Geschichte.